Werner Henning

Am 22. November 1989, nachdem er im Monat zuvor das 33. Lebensjahr vollendet hatte und Tausende hernach zu Montagsdemonstrationen auf dem Heiligenstädter Friedensplatz zusammengeströmt waren, trat Dr. Werner Henning erstmals und mit überraschenden, aufrüttelnd klaren Worten vor den damaligen Kreistag des Kreises Heiligenstadt. Er nannte nicht nur seinen Geburtstag, den 1. Oktober 1956, Kella als Geburts- und Geismar als Wohnort, sondern auch den Besuch der Erweiterten Oberschule in Wernigerode, wo er sein Abitur ablegte, um dann Deutsch und Musik an der Martin-Luther-Universität in Halle zu studieren.
Nach erfolgreichem Diplomlehrerexamen promovierte er über geschichtsphilosophische Fragen im Spätwerk Lessings und nahm dann eine kurze Tätigkeit am Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar auf, bevor er ins Eichsfeld zurückkehrte. Hier wirkte er von 1986 bis 1988 entscheidend am Aufbau des Literaturmuseums „Theodor Storm" in Heiligenstadt mit.
Seine markanten und zukunftsorientierten, von humanistischer Grundgesinnung bestimmten Worte und realistischen Visionen während der Novembertage 1989, die zu einer entscheidenden Zäsur der deutschen Geschichte wurden, wirkten auf die Eichsfelder so überzeugend und bewegend, dass ihn die Abgeordneten des Kreistages am 7. Dezember 1989 als ersten Vorsitzenden eines Rates des Kreises in der ausklingenden DDR-Geschichte mit CDU-Mandat wählten.
Das neue Amt, das er „mit Gottes Hilfe" angenommen hatte, verlangte nun von ihm zunächst als Ratsvorsitzendem, dann als gewähltem Landrat fast unlösbar Erscheinendes in einer Zeit, als sich eine Gesellschaftsordnung von Grund auf zu wandeln begann. Grenzöffnungen, Verwaltungsumgestaltung, wirtschaftliche Entwicklung, freie Wahlen, Kontakte mit Behörden benachbarter Bundesländer, Zugehörigkeit zur ersten frei gewählten Volkskammer und schließlich die Vorbereitung und Gestaltung des Miteinanders im geeinten Deutschland forderten neben vielem anderen täglich grundlegende Entscheidungen, die meist sehr schnell nötig waren und die historische Bedeutung ihrer Auswirkungen nur erahnen ließen ...
Inzwischen hat Dr. Henning mehrfach in beeindruckender Deutlichkeit das Votum der Wähler im geeinten Eichsfeldkreis für seine Tätigkeit als Landrat erhalten, womit man sein intensives Mühen in seinem Amt belohnte und sich des weiteren ehrlichen Engagements für die Bürger des Landkreises und ihrer vielfältigen Probleme sicher fühlt.
Auch wenn keine Inschriften an Bauwerken oder Fußnoten in Publikationen darauf verweisen: Werner Henning hat die letzten Jahren der Eichsfeldgeschichte in vielen Bereichen entscheidend mitgeprägt. (-epp)

Der Verlag Mecke Druck dankt Dr. Henning für die vielfache und z.T. unkonventionelle Unterstützung bei der Herausgabe von Eichsfeldliteratur.

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